Projektierungshilfen

Einzelpersonen oder Firmen können Strom produzieren und diesen ins Niederspannungsnetz der AEK einspeisen oder soweit als möglich für den Eigenbedarf verwenden. Für die Projektierung von Eigenerzeugungsanlagen im Versorgungsgebiet der AEK Energie AG empfiehlt AEK dem Bauherrn bzw. seinem Beauftragten folgendes Vorgehen:

1. Vergütungsmodelle

Für Strom aus erneuerbaren Energien gibt es zwei Vergütungsmodelle:

Modell 1 - Verkauf der physischen Energie inkl. der Herkunftsnachweise (HKN)
Jede PV-Anlage produziert nicht nur Strom, sondern gleichzeitig auch HKN. Die Herkunftsnachweise werden für die ins AEK-Netz eingespiesene Energie ausgestellt und vergütet. Die selber genutze Energie (Eigenverbrauch) hat keinen Anspruch auf HKN.
Voraussetzung für das Ausstellen der HKN ist, dass die Anlagenleistung grösser 2 kW aufweist, die Anlage bei Pronovo als HKN-Anlage angemeldet und durch einen Auditor beglaubigt ist.
Sobald eine Anlage im HKN-System erfasst wurde,  werden die Produktionsdaten durch den Netzbetreiber an Pronovo gemeldet. Pronovo stellt die Herkunftsnachweise aus, welche durch den Anlagenbetreiber gehandelt werden können.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.pronovo.ch

Seit dem 01.07.2018 übernimmt die AEK neben dem physischen Strom auch die HKN.
Voraussetzung ist dabei, dass die HKN naturmade zertifizierbar sind (www.naturemade.ch). Die Zertifizierung wird durch die AEK übernommen und ist für den Anlagenbetreiber kostenlos. 

Die Vergütung besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus der Vergütung nach marktorientierten Preisen (Rücklieferansätze) für die ins AEK-Netz gelieferte Energie und aus der Vermarktung des ökologischen Mehrwerts (Herkunftsnachweise). 

Modell 2 - Verkauf der physischen Energie
Gemäss revidiertem Energiegesetz (Art. 7, Stand 1. Januar 2009) ist die AEK verpflichtet, die physisch ins AEK-Netz eingespeiste Energie aus erneuerbaren Energien abzunehmen und zu marktorientierten Preisen zu vergüten. Diese Vergütung erfolgt nach den aktuellen Vergütungsansätzen für Eigenerzeugungsanlagen (Rücklieferansätze).
Bei diesem Modell werden die Herkunftsnachweise nicht durch die AEK übernommen.

2. Gesuch um Förderbeitrag

Falls Sie sich für die Einmalvergütung (KLEIV, GREIV) anmelden möchten:

Melden Sie sich für die Einmalvergütung bei pronovo an. Nach Erhalt der Anmeldung prüft pronovo, ob Ihre Anlage durch die EIV gefördert werden kann.
Der HKN-Verkauf hat keinen Einfluss auf die Auszahlung der EIV.
Das Anmeldeformular für die EIV finden Sie unter:
www.pronovo.ch

3. Behördliche Bewilligung

Wie zum Beispiel Baubewilligung etc.

4. Schriftliches Anschlussgesuch

Anschlussgesuch für elektrische Eigenerzeugungsanlagen (VSE 2.24d-08) im Parallelbetrieb mit dem Netz und dem Energiebezug bzw. der Rücklieferung in das Netz der AEK. Das Anschlussformular finden Sie unter folgendem Link:

Meldeformulare

Als Beilage zum Anschlussgesuch sind einzureichen:

  • Technische Unterlagen wie Schemata etc.
  • Beschreibung der Anlage

Die AEK klärt die Anschlussbedingungen aufgrund der Richtlinien „DACHCZ-Technische Regeln zur Beurteilung von Netzrückwirkungen“.

5. Planvorlage an das eidg. Starkstrominspektorat (ESTI)

Einreichen einer Planvorlage an das eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI), sofern die Anlage gemäss Plangenehmigungsverfügung des eidgenössischen Starkstrominspektorats vorlagenpflichtig ist (Art. 1, Absatz 1b).

Als Beilagen sind, sofern vorlagepflichtig, beizufügen:

  • Technische Daten der Anlage
  • Genaue Beschreibung der Anlage
  • Kosten der Generatoren und Schaltanlagen

6. Installationsanzeige

Vom beauftragten Elektroinstallateur ist der AEK eine Installationsanzeige zukommen zu lassen (gemäss den gültigen Werkvorschriften für BE/JU/SO (www.werkvorschriften.ch) über die Erstellung elektrischer Hausinstallationen).

Ergänzt mit folgenden Unterlagen:

  • Kopie des bewilligten Anschlussgesuches gemäss Ziff. 4
  • Kopie der bewilligten Planvorlage (sofern vorlagepflichtig) gemäss Ziff. 5
  • Technische Daten der Anlagen
  • Anlageschema

7. Fertigstellungsanzeige

Die Montage oder Demontage der Mess- und Steuerapparate erfolgt nach Eingang der Fertigstellungsanzeige.

Der Auftrag muss zeitlich so eingereicht werden, dass für die Ausführung mindestens drei Arbeitstage zur Verfügung stehen.

8. Inbetriebnahme und Kontrolle der Anlage

  • ohne Vorlagepflicht an ESTI: in Zusammenarbeit mit AEK
  • mit Vorlagepflicht an ESTI: in Zusammenarbeit mit ESTI und AEK

Gültige Reglemente, Richtlinien und Formulare für die Errichtung von Eigenerzeugungsanlagen im Parallelbetrieb mit dem Niederspannungs-Versorgungsnetz:

  • Reglement über die Abgabe elektrischer Energie im Versorgungsgebiet der AEK.
  • Rücklieferansätze für Energieerzeugungsanlagen gemäss den gültigen Vergütungsansätzen der AEK.
  • Anschlussgesuch für elektrische Energieerzeugungsanlagen im Parallelbetrieb mit dem Netz- und Energiebezug bzw. der Rücklieferung in das Netz des Elektrizitätswerkes (VSE 2.24d-08).
  • Parallelschaltung von Niederspannungs-Energieerzeugungsanlagen mit Stromversorgungsnetzen (STI Nr. 219.0201d)
  • Werkvorschriften der Netzbetreiber BE/JU/SO (www.werkvorschriften.ch)
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